von 1905 bis 1970

Am 2. September 1905 wurde auf Anregung des königlichen Bezirksamtmannes von Axthelm in Nürnberg und des Bezirksvertreters Hauenstein zu Altdorf in hiesiger Gemeinde Moosbach eine Freiwillige Feuerwehr gegründet.

Unter den Gründungsmitgliedern waren der damalige Bürgermeister von Moosbach, Konrad Rupprecht, General von Thöcker aus Schloss Weiherhaus, Pfarrer Eichler aus der Diakonieanstalt Rummelsberg, sowie Bürger von den Ortsteilen Moosbach, Hahnhof, Gauchsmühle, Mauschelhof, Rummelsberg und Weiherhaus.

Von den 28 Gründungsmitgliedern wurden folgende in die Vorstandschaft gewählt:

  • 1. Vorstand
    Johann Schäff, Hahnhof
  • 1. Kommandant
    Johann Heiden, Weiherhaus
  • Adjutant
    Jakob Winter, Gauchsmühle
  • Zeugwart
    Johann Lößlein, Hahnhof
  • Kassier
    Konrad Schäff, Hahnhof
  • Schriftführer
    Johann Schäff, Hahnhof

Gleichzeitig wurde festgelegt, dass jedes Mitglied einen monatlichen Beitrag von RM -,10 an die Vereinskasse zu entrichten hat. Als Vereinslokal wählte man das Nebenzimmer des im Link’schen Besitz befindlichen Gasthaus Gauchsmühle.

Bild der Feuerwehr von 1906

Im Januar 1906 beschloss man mit Zustimmung der Gemeindebürger ein Spritzenhaus zu bauen, um die Löschgerätschaften sicher und sauber unterstellen zu können. Den Zuschlag zum Bau des Spritzenhauses erhielt Johann Schäff aus Hahnhof um die Summe von RM 400,–. Für die Einkleidung der Feuerwehrmänner beauftragte man Herrn Schneidermeister Waiblinger aus Feucht. Er schneiderte für jeden eine Jacke nach Vorschrift und guten Sitz für RM 4,80 das Stück. Der Stoff und das Futter wurde von der Gemeinde Moosbach bereitgestellt.

Am 16. August 1908, nach dreijährigem Bestehen der Wehr, konnte sich der Bezirksvertreter, Herr Hauenstein aus Altdorf, von dem schon guten Ausbildungsstand der Wehr bei einer Jahreshauptübung überzeugen. Als Brandobjekt war das Schloss Gauchsmühle gewählt. Der Ablauf der Übung wurde mit sehr gut bewertet.

Herr Bezirksvertreter Hauenstein sprach lobende Worte an die Wehr und wünschte weiterhin Einigkeit und Gedeihen.

Im Laufe der Jahre gab es oft einen Wechsel in der Vorstandschaft, man stößt dabei auf Namen wie Rupprecht, Heiden, Eckersberger, Bogner, Schäff, Link, Geiger, Rissmann, Gößwein, Heffner, Oeder, Götz, Roth, Müller, Meiler und Lößlein.

Der Ort Moosbach liegt in einer leichten Senke und ist ringsum von Wald umgeben, so ist es verständlich, dass die Wehr häufig zur Waldbrandbekämpfung eingesetzt wurde.

Schon im Jahre 1909 liest man, dass im königlichen Forstbezirk Feucht ein Feuer ausbrach und mit Hilfe der Moosbacher Wehr bald unter Kontrolle gebracht wurde. Zum Dank erhielt die Wehr vom königlichen Forstamt zu Feucht eine kleine finanzielle Anerkennung.

1920 unter dem Kommandanten Leonhard Bogner und dem 1. Vorstand Rupprecht wurde die Wehr mit neuen Gerätschaften ausgerüstet. Wenn bisher die Übungen, sowie die Brandeinsätze, der Vereinsdiener bekannt geben musste, so hatte man es jetzt leichter, da 2 Signalhörner für diese Zwecke angeschafft wurden. Der mit Pferde zu bespannende neue Saug-Druckspritzenwagen brachte es mit sich, dass die Besitzer von Pferdegespannen verpflichtet wurden, bei Übungen, sowie Bränden, abwechselnd Spritzenwagen zu befördern.

Pumpensteigergruppe bei der Übung


Im Jahre 1927, bei einem Gebäudebrand in Hahnhof, zeigte es sich wieder, wie wichtig so eine Wehr ist, denn der Brand konnte nach kurzer Zeit gelöscht und somit schlimmeres verhindert werden.

Während der Kriegsjahre im 2. Weltkrieg führte man eine Pflichtfeuerwehr ein. Diese Wehr wurde auch zeitweise durch Frauen besetzt, da die entsprechenden männlichen Jahrgänge beim Militär waren.

Nachdem 1943 auch hiesige Gebäude durch Luftangriffe und Flugzeugabstürze in Brand gerieten, hatte in dieser Zeit die Moosbacher Wehr unter Einsatz ihres Lebens alle Hände voll zu tun.

Nach dem Zusammenbruch Deutschlands 1945 wurde die Wehr erst wieder 1947 durch Bürgermeister Wunderlich aktiviert. Am 1. März 1947 eröffnete Bürgermeister Wunderlich die erste Versammlung der Moosbacher Wehr nach dem Krieg. Von den vor Jahren benannten Pflichtmitgliedern bekannten sich 22 Mann zur neuen Freiwilligen Feuerwehr Moosbach. Kommandant wurde Hans Rißmann.

Am 6. Januar 1952 wählte man Georg Bogner als 1. Vorstand und Paul Nähr zum 1. Kommandanten.

Am 3. und 4. September 1955 wurde das 50jährige Jubiläum gefeiert.

Helga Schermeyer sprach den Festprolog, worauf Vorstand Georg Bogner Ehrengäste und Einwohnerschaft herzlich begrüßte. Kreisbrandinspektor Sußner gab seiner Freude Ausdruck über den festlichen Rahmen mit dem die Gemeinde den Gründern und Mitgliedern Ihrer Wehr Dank zollte, für die in- und außerhalb Moosbachs geleisteten Dienste. Landrat Baron Freiherr von Stromer überreichte dem letzten noch lebenden Gründungsmitglied Erhard Gößwein das goldene Feuerwehrkreuz für 50jährige Dienstzeit. Auch wurden mehrere Kameraden für 25 und 40 Jahre Feuerwehrzugehörigkeit ausgezeichnet.

Pumpengruppe 1935

1957 bekämpfte die Moosbacher Wehr mit Erfolg einen Scheunenbrand in Rummelsberg und hatte im selben Jahre einen Katastropheneinsatz in Moosbach zu bestehen, der durch ein verheerendes Hochwasser ausgelöst wurde.

Im Jahr 1959 kam es noch einmal zu einem Doppelscheunenbrand in Moosbach und nur durch die hervorragende Leistung der Wehr (das Wasser musste über 1,5 km weit aus dem Gauchsbach herangepumpt werden) konnte das Übergreifen des Feuers auf andere Gebäude verhindert werden.

Einen Aufschwung erfuhr die Moosbacher Wehr 1962 unter dem Kommandanten Hans Kreußel und dem 1. Vorstand Georg Bogner, die immer wieder Bürgermeister Eckersberger und Gemeinderäte auf die veralteten Geräte der Wehr aufmerksam machten. Da die Ortschaft Moosbach mit ihren Ortsteilen immer größer wurde und die Wehr auch den Feuerschutz für die Diakonieanstalt Rummelsberg zu tragen hatte, kam es dann nach guter Zusammenarbeit zwischen Kommandant und 1. Vorstand der Wehr sowie Bürgermeister und Gemeinderat in Sachen Feuerwehr zu einem guten Abschluss. Es wurde die Wasserleitung mit einem gut integrierten Hydrantennetz gebaut, daher auch wichtig für den Feuerschutz. Zwei Kameraden wurden auf die staatliche Feuerwehrschule nach Würzburg zur Ausbildung geschickt. Die Übungen werden durch eine neue Sirenenanlage bekannt gegeben und 1963 erwarb die erste Gruppe der Wehr das bronzene Leistungsabzeichen. 1965 bekam die Wehr ein Löschgruppenfahrzeug LF8 – T5 auf Opel-Fahrgestell 2 TO, eine Tragkraftspritze TS8 mit VW-Motor und eine Anhängeleiter ALS 12. Nun baute man auch eine neues Gerätehaus mit Gerätehalle, Unterrichtsraum und Wohnung für den Gerätewart.

1967 wurde Herbert Purucker zum Kommandanten und Loni Bogner zum stellvertretenden Kommandanten sowie Helmut Eckersberger zum 1. Vorstand gewählt. Letzterer löste den zurückgetretenen 1. Vorstand Georg Bogner nach 15 jähriger erfolgreicher Amtszeit ab.

Georg Bogner wurde später für seine Verdienste um die Freiwillige Feuerwehr Moosbach mit dem Feuerwehrabzeichen in Gold ausgezeichnet und ist zum Ehrenvorstand ernannt worden.

Kommandant Purucker richtete sein Augenmerk voll auf die Ausbildung der Wehr nach den neuesten Erkenntnissen. Nacheinander erwarben die Löschgruppen der Moosbacher Wehr die Feuerwehrleistungsabzeichen in Bronze, Silber und Gold.

In den Jahren 1959 bis heute kam es noch zu mehreren Bränden an Scheunen, Häusern und im Wald. Aber nie führte es zu einer Katastrophe, da die Moosbacher Wehr mit ihrem guten Ausbildungsstand und den modernen Geräten schlagkräftig und mit Erfolg jeden Brand in kurzer Zeit niederkämpfte. Viel Lob zollte man der Wehr auch 1967 bei einer Sturmkatastrophe, als sie nach stundenlanger Arbeit in und um Moosbach die entstandenen Sturmschäden auf öffentlichen Straßen und Privatgut beseitigte.

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